People Fotografie mit dem SIGMA 70mm F2,8 DG MACRO | Art für E-Mount

Sicher verbindet man mit der Makro Fotografie in erster Linie das Fotografieren von Kleinstlebewesen und Pflanzen. 

Auch in der People Fotografie kann man ein Makro Objektiv gut einsetzten. Zur guten Lichtstärke gesellt sich die für Makro Objektive exzellente Abbildungsleistung. Dies machte es durchaus interessant, das SIGMA 70mm F2,8 DG MACRO | Art genauer unter die Lupe zu nehmen. Insbesondere war ich auf die Performance an meiner Sony a7Rii gespannt.

 SIGMA 70mm F2,8 DG MACRO Art & Sony a6300

SIGMA 70mm F2,8 DG MACRO Art & Sony a6300


Ich bin Studio Fotograf und fotografiere sehr gerne in den typischen Porträt Brennweiten Bereichen zwischen 50-85mm. Da passt das 70mm natürlich perfekt hinein. Gewicht und Haptik des Objektives überzeugten mich sofort. Das ist wieder eines dieser Objektive, welches für die Ewigkeit gebaut wurde. 

Kommen wir mal zum Autofokus System. Am Objektiv befindet sich ein Umschalter, mit dem man den Autofokus auf bestimmte Bereiche beschränkt kann. Dadurch wird das Durchlaufen unnötiger Fokusbereiche vermieden und die Kamera findet schneller einen Punkt zum fokussieren. Bei einem Bereich von 26cm (Naheinstellgrenze) bis Unendlich ist dies durchaus sinnvoll.

Der Autofokus an sich ist superleise und für meine Zwecke ausreichend schnell. Letzteres klingt vielleicht ein wenig negativ, liegt aber daran, dass ich durch meine Art zu fotografieren der Kamera und dem Objektiv sehr viel abverlange, was die Autofokus Performance angeht. Dafür, dass ich neue Blickwinkel suchend stetig in Bewegung bin, schlägt sich das Objektiv aber durchaus gut. 

Für diesen Beitrag wollte ich natürlich dem eigentlichen Einsatzzweck gerecht werden und bin mit meiner Fotostrecke von Oberkörper Porträts hin zu Make-up Details gegangen.

Diese Art der Fotografie liegt außerhalb meiner Komfortzone und war für mich insbesondere bei der Komposition der Bilder eine Herausforderung und spannende Erfahrung. Details in einer solchen Vergrößerung und Bildschärfe ablichten zu können, ist äußerst beeindruckend. 

Die Bildergebnisse haben mich sehr überzeugt. Die 42,5MP der Kamera konnte das Objektiv sehr gut bedienen und die Ergebnisse sind unglaublich detailliert. Das Objektiv reiht sich somit wunderbar in die Riege der übrigen ART Linsen ein. 

Natürlich wollte ich auch den manuellen Fokus testen und

für einige Aufnahmen kam dieser auch zum Einsatz. Am Objektiv befindet sich ein „Manuel“ Schalter, was ich intuitiver finde, als dies über ein Menü der Kamera zu aktivieren. Das Drehen am Fokusring wird jedoch nicht mechanisch übertragen, sondern über die Kamera an den Fokusmotor weitergeleitet. Dies erlaubt ein sehr feinfühliges Einstellen. Ich würde mir wünschen, dass die Kamerahersteller dafür mehr Möglichkeiten in ihren Kameras hinterlegen würden. Meine Kamera erlaubt lediglich das invertieren der Drehrichtung. So etwas wie „schnelles drehen, grobe Schritte“ und „langsames drehen, feine Schritte“ wären eine tolle Erweiterung.

Das SIGMA 70mm F2,8 DG MACRO | Art hat mich wie erwarten beeindruckt. Wer eine gute Porträt Linse sucht und gerne auch bis in den Makro Bereich fotografieren möchte, kann hier getrost zuschlagen. Ein Objektiv mit überragender Abbildungsleistung, für mich eine klare Kaufempfehlung. 

LG

DIE VOLLFORMAT LÜGE.

Der Titel ist natürlich dick aufgetragen, bringt aber doch auf den Punkt wie ich mittlerweile über die ganze Geschichte Crop vs. Vollformat denke.

Damals….ja damals war alles noch ein wenig anders gelagert. Kaum ein Fotografie begeisterter Einsteiger kauft sich direkt eine Vollformat Kamera (Auch 35mm Kleinbildformat genannt). Die Zeitschriften und Angebotsblätter großer Elektronik Stores sind voll mit Angeboten zu günstigen Spielreflex Kamera mit Crop Sensor. So kaufte auch ich vor langer Zeit mal eine Canon 400d mit Kit Linse.

Aus der Leidenschaft würde eine Sucht und das Verlangen nach mehr und immer besseren Equipment. Natürlich gab es viele Objektive die man sich erträumt hatte aber grade eine Kamera mit Vollformat Sensor war das höchste der Gefühle. Irgendwann zog auch eine Canon 5D Mark II in meinen Fuhrpark ein und ja, sie war gut. Ich glaube aber Rückblickend das ich mir auch ganz viel daran schön geredet hatte. War der Unterschied wirklich so groß? Hat mein Unterbewusstsein versucht den teuren Kauf zu rechtfertigen? Ich weis es nicht mehr. Zu dieser Zeit gab es sicher noch den ein oder anderen Sprung was die Megapixel und Dynamiken der Sensoren anging, aber eins ist mir erst viel später klar geworden….der Fotograf macht das Bild, die Technik ist nur ein Teil des ganzen.

2017 war für mich ein Interessant. Jahrelang hatte ich mit der Canon 5D viel Spaß gehabt. Ein gutes Werkzeug. Die Spiegellosen Kamerasysteme waren schwer auf dem Vormarsch und obwohl ich den digitalen Sucher bei Tests um 2015 total gehasst hatte, war das neue, unbekannte Land irgendwie Interessant geworden. 2017 legte ich mir zum „Reinschnuppern“ eine Sony a6300 zu. Eine Crop Kamera. Focus then recompose wich Gesichtserkennung und ISO Belichtungszeitautomatiken. Der Technische Fortschritt hat Einzug gehalten. Der Dynamikumfang und das Rauschverhalten lag Welten über dem meiner betagten Canon 5d. Anfang 2018 rücke die Sony a7Rii nach und ich verabschiedete mich vom Canon Lager.

Ich fotografiere im Studio am liebsten in Brennweitenbereichen um 50mm am Vollformat. Der Look entspricht sehr unserem Sehapparat. Kleinere Brennweiten verzerren und große Brennweiten stauchen die Perspektive. 50mm sind schon echt super. Am Vollformat nutze ich ein Sigma 50mm F/1.4 und am Crop ein 30mm F/1.4 was in etwa dem Blickwinkel einer 45mm Brennweite am Vollformat entsprechen würde.

Sony_a7rii und Sony_a6300.jpg

Jetzt kommen wir auch so langsam an den Kern der Sache….

Wozu brauchte ich eigentlich soooo sehr eine Vollformat Kamera? Die Sony a6300 mit dem Sigma 30mm F/1.4 hat mir deutlich gezeigt das selbst mit einer Crop Kamera fast kein Unterschied zum Vollformat zu sehen ist. Die Sensoren sind mittlerweile alle auf einem so hohen Niveau und die Differenz zwischen einzelnen Sensoren ist nicht mehr so hoch wie es vielleicht vor 4-5 Jahren noch der Fall war. Ich habe dazu auch einfach mal verschiedene Vergleichstests gemacht und sei es Dynamikumfang oder Rauschverhalten, die beiden Kameras sind so sehr gleich. Natürlich hinkt der Vergleich beim ISO Rauschen etwas denn die a7Rii mit ihren 42,5MP hat klar mehr Auflösung, die 100% Ansichten der beiden Kameras unterscheiden sich im Rauschen aber nicht. Somit ist für mich klar das sie beide gleich viel Rauschen, die a7Rii aber durch die Auflösung ein feineres Rauschen hat. Würde man hier hingegen eine A7ii mit gleicher Auflösung wie die a6300 als Vergleich nehmen, kann man diese sicher nicht auseinander halten. Der einzige Unterschied liegt für mich in der Freistellung. Der größere Sensor bewirkt einfach bei gleicher Offenblende und ähnlicher Brennweite eine geringere Schärfentiefe. Ich ziehe hier mal als Vergleich die a6300 mit dem 30mm F/1.4 und die a7Rii mit dem 50mm F/1.4 heran und kann als Resultat nennen das die Crop Kamera @F/1.4 ungefähr eine Freistellung wie eine Vollformat @F/2,5 hat. 

 

Ich bin Studio Fotograf und dazu noch spezialisiert auf arbeiten mit LED Dauerlichtern. Mir ist bei dem Vergleich der beiden Kamera Systeme eines klar geworden. Ein Porträt bei lichtstarken 50mm @F/1.4 zu schießen ist von den kurzen Belichtungszeiten zwar toll, aber oftmals schwierig von der Schärfentiefe. Durch den schmalen Schärfenbereich ist leider auch immer viel Ausschuss dabei. Nicht weil der Fokus falsch sitzt, sondern eher weil der Unschärfenbereich ungünstig verläuft. Sehr viel angenehmer sind Blenden im Bereich F/2,8. Bei einem Oberkörper- / Kopfportrait habe ich immer noch viel Unschärfen mit denen ich kreativ arbeiten kann. F1.4 ist heftig und mal ehrlich? Portraits mit extrem geringer Schärfentiefe können Mega cool aussehen, können aber auch schnell frustrierend werden wenn man 90% der Fotos aussortieren muss.

Irgendwann kam mir die Erkenntnis das wenn ich 2 Kamerasysteme mit ähnlicher Brennweite und gleicher Lichtstärke habe, ich beim Vollformat abblenden muss und bei der Crop nicht, um gewünschte Schärfentiefe zu erhalten. Abblenden heisst aber auch weniger Licht und längere Belichtungszeiten bzw. höhere ISO Werte. Warum also nicht zur Crop Kamera greifen wenn ich dabei mehr Licht nutzen kann, den gleichen Dynamikumfang und Rauschverhalten habe? 

Ist der Hype um Vollformat gerechtfertigt gewesen?

Ja und nein, denn es gibt für beide Systeme Bereiche wo sie ihre Stärken ausspielen können. Beim Vollformat ist es die Freistellung im Weitwinkelbereich und beim Crop der Vergrößerungsfaktor im Telebereich durch den kleineren Blickwinkel des Sensors. Man bekommt als Beispiel den Vollformat Look eines 35mm F/1.4, der im Outdoor Bereich und grade auf Hochzeiten gerne genutzt wird, nur schwer an der Crop Kamera hin. Man bräuchte ich dazu ein 23mm F/0,9 Objektiv. Davon ab das es diese Linse nicht gibt, kommt man auch irgendwann an den Punkt wo die Bildqualität zu lasten der Lichtstärke geht. 

Zusammenfassend… eine Kamera mit Crop Sensor ist nicht schlechter als eine mit Vollformat Sensor. Du wirst mit Vollformat auch nicht kreativer oder besser werden. Vollformat spielt bei Freistellung im Weitwinkel ihre Trümpfe aus und Crop durch Vergrößerungsfaktor im Telebereich. Das sind aber auch nur die Grenzbereiche. Vergleicht man man beide Kamera´s von Größe, Gewicht, Anschaffungspreis und Bildqualität macht der Griff zur Crop Kamera durchaus mehr Sinn. Für mich ist das was die Medien mit uns machen die besagte „Lüge“. Größer ist ist besser, mehr ist besser. Fast jeder hat das im Hinterkopf…auch wenn es vielleicht nur unbewusst geschehen ist weil man seinen Vorbildern hinterher eiferte die einem suggeriert hatten das Vollformat besser ist…die das auch von ihren Vorgängern übernommen hatten…und diese auch von ihren Vorgängern übernommen hatten. 

Die Kamera ist ein Instrument zum erstellen der Fotos und nur ein Teil des gesamten Prozesses. Bleibt kreativ und fotografiert…lasst nicht die Technik der wichtigste Teil eurer Fotografie sein.

 

Lieben Gruß 

Frank

Weg vom Vollformat, hin zum Crop? Macht das Sinn?

Erfahrungsbericht Sony a6300:

Wieso kauft der Typ sich plötzlich eine Sony fragt sich sicher der ein oder andere der mich persönlich kennt?

Unterm Strich war es wohl…Spieltrieb ;)

Aber wie fing alles an? Ich musste mal dringlichste meine Backup Kamera los werden denn eine Canon 40d ist nicht mehr wirklich Zeitgemäß…auch als Backup Kamera nicht. Zur Wahl stand eine gebrauchte Canon 6d oder eine Spiegellose Sony. Ich musste mir wirklich klar werden was ich brauche denn es standen sich viele Pro´s und Kontra´s gegenüber. Vernünftig wäre der Griff zur Canon 6d gewesen da gleiche Sensorgröße wie mein 5d. Am Ende wäre es aber wieder eine Kamera die ich nur im Notfall nutzen, und niemals zum Spaß mitnehmen würde. Ich entschied mich den Sony Spiegellosen eine Chance zu geben. Zum einen ist die Technik, und zum anderen ist der Digitale Sucher mit seiner Belichtungssimulation äusserst Interessant.

Sony hat eine Crop- und Vollformat Sensor Serie im Angebot wobei mir zum rein schnuppern die ältere Sony NEX 6 ausreichend erschien. Ich konnte diese im Set mit einem Sigma 30mm F/2.8 EX DN für knapp 300€ erstehen. Getestet im Urlaub unter wohlgemerkt idealen Bedingungen hat mich diese betagte Kamera doch schon sehr begeistert. Der Formfaktor war denke ich das was mir an dem ganzen am besten gefiel. Die Kamera hat einen 1,5er Crop Sensor und durch das fehlen eines Spiegelkasten ein geringes Objektiv Auflagemaß so das man mit Adaptern u.A. auch Canon EF Objektive adaptieren kann. 

Mein Augenmerk viel auf den Sigma MC-11 der zwar zu den teueren Adaptern gehört aber Autofokus, Bildstabilisator und Blendensteuerung unterstützt. Die Ergebnisse waren leider ernüchternd. Der Autofokus pumpte oftmals hin und her bis er den richtigen Schärfepunkt traf. Teilweise dauerte dies 2sek. Nach einigen Forschungen im Netz hat sich heraus gestellt das die Sony Nex6 zwar Kontrast- und Phasenautofokus beherrscht, der schnellere Phasenautofokus für adaptierte Objektive jedoch nicht unterstützt wird. Somit liefen alle meine Canon Linsen nur mit Kontrast Autofokus. Das ganze stellte auf keinen Fall eine Option dar. Ich wollte halt schon meinen vorhandenen Fuhrpark an Canon Linsen nutzen.

Es gab für mich am Ende nur 2 Lösungen:

2-3 weitere native E-Mount Linsen kaufen oder die Kamera auf eine Sony A6300 upgraden, die Phasenautofokus mit Fremdobjektiven unterstützt.

Ich entschied mich für letzteres und kaufte eine gebrauchte, aber neuwertige Sony a6300.

Sony a6300

 

Die Kamera ist vom Body fast baugleich zur Nex 6. Eine hochwertige Griffverlängerung von Gariz gab es mit dabei. Diese hat sich mit der Zeit als sehr angenehm von der Haptik heraus gestellt. Sieht zudem schick aus und ich möchte das Teil nicht mehr missen. Das Sigma 30mm F/2,8 ist ne gute Linse und die Brennweite entspricht 45mm am Vollformat was sehr nah an meiner 50mm Lieblingsbrennweite am Vollformat heran kommt. Die nativen E-Mount Linsen sind allesamt noch einen zacken schneller beim Fokussieren als über den Sigma MC-11 adaptiert. Somit blieb diese „Immerdrauf“ Linse und der Rest über Adapter. 30mm, 50mm, 85mm, 24-105 sollte mehr als ausreichend sein. Zwischenzeitlich habe ich die 30mm F/2.8 gehen eine Sigma 30mm F/1.4 ersetzt welche eine abartig gute Abbildungsleistung erreicht.

Es gibt da noch ein tolles Feature welches ich für mich entdeckt habe und das ist die Gesichtserkennung in Kombi mit dem Servo Autofokus. Der Fokus bleibt sicher auf dem Gesicht auch wenn man ständig umkomponiert und Abstände verändert. So wie man es von Handy´s kennt. Kein Fokuspunkt mehr versetzten, es sei denn bewusst. Ich liebe es.

…und das ist auch der Punkt…die Kamera macht rundum einfach nur Spaß.

Sony a6300
Gariz Grip a6300

 

Vor- und Nachteile:

Die Kamera ist klein, hochwertig verarbeitet und hat ein Gewicht was die Wertigkeit unterstreicht. Trotz ihrer geringen Größe liegt sie sehr gut in der Hand.

Einen Batteriegriff kam für mich nicht in Frage da alle Model via USB Kabelbrücke zur Kamera angeschlossen werden müssen. Ich fotografiere sehr oft direkt in den Computer und da benötige ich den USB Port zur Übertragung der Daten. Somit an dieser Kamera kein Batteriegriff. Aber es gibt auch positive Seiten denn die Kamera wird über das USB Kabel auch direkt geladen. Ich habe die Kamera schon 6-7std am Stück an gehabt...kein Akkutauschen bei tethered Shootings.

Das Display ist hochwertig und auch der Klappmechanismus fühlt sich vertrauenswürdig verarbeitet an. Der Digitalsucher hat weniger Auflösung als beim Vorgänger, der Sony a6000. Sehr seltsamer Schritt von Sony. Dafür wird man bei dieser Kamera mit einem 100Hz Sucher und Display belohnt welcher sooo flüssig läuft das man schnell vergisst einen Digitalen Sucher vor sich zu haben. Die Anzeigen kann man sich individuell von minimalistisch bis Flugzeugcockpit einstellen. 

Akkulaufzeit ist und bleibt wohl ein Punkt mit denen alle Spiegellosen zu kämpfen haben. Ich kann hier nur die Angaben aus Foren nieder schreiben und da spricht man von 350-500 Aufnahmen. Ich selber habe noch nicht so viele Fotos am Stück auf reinen Akkubetrieb geschossen. Das wird sich bei der nächsten Hochzeitsdokumentation sicher zeigen was das geht und was nicht. Der Akku entläd sich trotz Flugmodus scheinbar sporadisch. Ich konnte noch nicht feststellen woran das liegt. Ggf muss ich noch was ausstellen. Vielleicht ist noch irgendwas im Standby.

Gefallen hat mir auch die schnelle Einsatzbereitschaft. Aus dem Standby ist sie sofort einsatzbereit und im Kaltstart braucht sie 2sek bis man fokussieren kann. Das ist wesentlich schneller als das was die Nex 6 konnte.

Das Autofokussystem ist gut. Die Gesichtserkennung funktioniert hervorragend...man kann sich auch Gesichter als Priorität speichern, sehr fein für Hochzeiten. Dennoch hat das System Schwächen im Lowlight Bereich. Trübes Licht am Winternachmittag geht noch super, aber wenn es dann noch dunkler wird fängt der Fokus schon an zu pumpen. Da macht eine DSLR noch keine Zicken. Ich könnte mir vorstellen das Abends auf einer Hochzeit, bei Bewegung oder wenn es einfach extrem schnell gehen muss, viele Momente nicht festgehalten werden können weil es einfach der Autofokus der Kamera nicht schafft. Da heisst es manuell fokussieren. Das ist jedoch oftmals gar nicht möglich da es nur wenige Objektive mit einem manuell Schalter gibt. Also wirklich mechanisch die Linsen verschieben. Man kann zwar an der Kamera einen Hebel umlegen, dann wird aber das drehen am Fokusring digital auf die Objektivmechanik umgesetzt. Das funktioniert dann auch noch Geschwindigkeitsabhängig....gefällt mir nicht und fühlt sich unnatürlich an. Dann gibt es noch einen Punkt den ich seltsam finde und das ist Arbeits- und Offenblende. Bei meiner DSLR schaue ich immer bei Offenblende durch den Sucher und beim Auslösen greift dann die gewählte Arbeitsblende. Das Ergebnis wird auf dem Display gezeigt. Bei der Sony a6300 und wahrscheinlich auch bei der A7/ A7II Serie wird im Sucher/Display das Ergebnis der Kameraeinstellung simuliert dargestellt. Blende, Iso, Zeit ist somit direkt sichtbar. Logischerweise muss dies Einfluss auf das Autofokussystem haben denn egal was durch ISO und Zeit auf einen richtigen Belichtungslevel gehoben wird, bei Blende 16 kommt erst einmal nur wenig Licht zur Fokussierung auf dem Sensor an. Das macht sich mit starken pumpen bemerkbar. Für Offenblenden Freunde also kein Problem ;) . Was man nun machen kann ist die Berechnung der Vorschau "aus" zu stellen. Dann wird bei Offenblende fokussiert und im Anschluss auf Arbeitsblende abgeblendet. Im Sucher sieht man das lediglich an der Schärfentiefe die sich live ändert. Die Helligkeit wird dabei unbemerkt mit geregelt. Ich hätte mir noch gewünscht das man die Arbeitsblende auch abschalten kann da die Kamera bei Servo Autofokus wieder das Problem der Arbeitsblende bekommt. Er fokussiert schnell und zuverlässig, Blendet dann ab und fängt dann an zu Pumpen. Reines Software Problem...vielleicht ändert sich ja in Zukunft noch was daran.

Lautlos Modus. Die Kamera hat einen Schlitzverschluss, kann aber auch auf absolut lautlos gestellt werden. Das ist z.B. bei Hochzeiten echt ein Traum wenn man beim "Ja" Wort auslösen kann. 

Bildquallitiät ist bei der Sony a6300 mit guten Optiken beeindruckend. Die Farben sind etwas anders als bei meiner Canon aber nicht das man sagen könnte besser oder schlechter. Es ist wohl ein abgeschwächter Tiefpassfilter vor dem Sensor der dadurch mehr Bildschärfe bringt. Diese Detailschärfe ist teilweise so beeindruckend das man meinen könnte man hat eine Mittelformat Kamera Datei geöffnet. Ich kann mit der Canon 5d nachschärfen und komme dabei auf ähnliche Ergebnisse aber so krass kenne ich das von der Canon nicht. Schärfentiefe ist durch den kleineren Sensor natürlich größer aber bei einer F/1.4 oder F/1.8 Linse ist die Freistellung immer noch sehr sehr stark. 

Bedienung ist so eine Sache bei der noch einiges verbessert werden kann. Die Knöpfe sind soweit ok, das Drehrad könnte was größer ausfallen und etwas schwergängiger sein. Meckern auf hohen Niveau. Was jedoch immer wieder passiert ist das ich das Daumenrad verstelle und mich dann wundere das schon wieder eine andere Blende eingestellt ist. Könnte somit auch schwergängiger sein. Die Menüs...viel...viel...viel. Es ist unglaublich was man an dieser Kamera alles einstellen kann. Ob "Iso vor Zeit" Konfigurationen, W-Lan Hotspot, Individuelle Tastenbelegung und Custom Menüs...man kann einfach Unmengen an Einstellungen tätigen. Das bringt dann leider mit sich das es unaufgeräumt wirkt. Ich kann mir schwer merken wo was ist und zappe im Grunde ständig alle Reiter der Menüs durch. 

Video aufzeichnen kann die Sony a6300 natürlich auch. 4k bis 30fps sowie 1080p bis 120fps. Ich persönlich nutze das Video Feature nur für fun Clips. Für den professionelle Videodrehs sicher auch zu empfehlen. Es gibt auch jede Menge Caged Rigs auf dem Markt. Da kann man sich gut austoben ;)

 

Fazit

Die Kamera hat im Vergleich zur DSLR einige Nachteile im Autofokussystem. Sie ersetzt für mich keine Kamera die unter schwierigen Bedingungen zuverlässig funktionieren muss. Die Bildqualität überrascht positiv und bei guten offenblendigen Linsen frage ich mich ernsthaft warum man eine Vollformat Kamera braucht. Für die Schwäche in der Akkuleistung kauft man sich einfach 1-2 günstige Akkus in der Bucht. Der Gedanke meine 5d gegen eine Sony a7II zu ersetzten kam mir durchaus. Jedoch möchte ich nicht das Risiko eingehen in den kommenden Hochzeitsdokus Opfer meiner Kamera zu werden. Somit bleibe ich bei dem was ich habe und nutze das beste aus beiden Welten. 

Sony a6300 Sigma 30mm 1.4
Testchart

LED Dauerlicht mit Akku: Jinbei EF-150D im Test

Ich hab da mal was interessantes...

Da flatterte doch eine E-mail von Foto-Morgen in mein Postfach. Ob ich Lust hätte das bald erscheinende Jinbei LED Dauerlicht mit Akku zu testen? Naaa logo! 

Das Gerät würde auch prompt geschickt und der erste Eindruck des Kartoninhaltes machte mir gute Laune. Das Dauerlicht kommt in einem robusten, hochwertigen Transportkoffer. Sowas hätte ich gerne für alle meine Dauerlichter und Blitzköpfe. Das innere des Koffers ist gut ausgekleidet und hat einige Trennwände die schön stabil gefertigt sind. Platz genug für Lampe, Netzkabel, Akku und Ladegerät.

Kommen wir zum eigentlichen Gerät. Das LED Dauerlicht ist im Grunde sehr ähnlich zum Jinbei EF-200 V. Die Lampe hat ein Bowens Bajonett, so das wir einen riesigen Pool an Lichtformern verwenden können. Klar erkennbare LED Anzeige für die eingestellte Leistung, Ein Drehregler zum Dimmen. Set Taste um die Kommunikation mit Funk-Triggern zu aktivieren, Anschlussbuchse für den Netzbetrieb und ein Umschalter zwischen Akkubetrieb, Aus, Netzbetrieb. On Top gibt es eine Mulde für den Akku. Der Akku an sich ist der selbe der im HD-610 Blitz zum Einsatz kommt. Er hat auf der Innenseite eine Anzeige für die Akkuladung was ich äusserst praktisch finde. Die LED wird mit einem Lüfter über ein Lamellen System gekühlt wie es beim EF-200V schon der Fall ist. Die Luft wird hierbei nach vorne heraus geblasen. Dadurch wird das Gehäuse auch nach Stunden nicht mehr als handwarm. In der ersten Revision des EF-200 wurde die Luft noch durch das Gerät abgetragen was man dann doch gut gemerkt hat. Ich selber habe die Revision 2 und 3 welche beide ebenfalls die Luft nach vorne abtragen. Das führt zu einer Erhöhung der Temperatur im Gerät wenn man kleinere geschlossene Lichtformer benutzt. Die erhöhte Temperatur ist jedoch weit entfernt von Kritisch. 

DSC00582.jpg
 

Akkulaufzeit:

Das wird wohl die größte Frage an einem Akku betriebenen Gerät sein. 150Watt konstant zu liefern ist schon eine Hausnummer für so einen Akku. Ich habe hierzu einfach mal 3 Laufzeit Tests gemacht.

  • 150W = 32min
  • 100W = 48min
  • 50W = 1h37min

Wenn man die 150Watt benötigt, muss man sich halt im klaren sein wozu man diese Leistung braucht. Attraktiver sind auf jeden Fall Leistungen um die 75Watt. Ich denke man kann in einer Stunden schon so einiges an Fotos durch hauen. Der unter Vollast Entladene Akku ist gut warm aber nicht heiß. Die Aufladezeit beträgt 2std. und wird mittels Ladenetzteil über eine Buchse am Akku geladen. Ich habe noch sehr gehofft das man den Akku auch im Netzbetrieb in der Lampe laden kann aber leider geht dies nur über das externe Netzteil. Positiv ist auch das auf Akku Betrieb die 150Watt erhalten bleiben und nicht wie bei vielen anderen Geräte die Leistung eine Stufe runter geregelt wird.

Jinbei

Fazit:

Also zu aller erst muss ich sagen das ich über die letzten 2 Jahre ein riesen Fan von LED Dauerlicht geworden bin. Bis auf wenige Ausnahmen wie Makeup Makro Aufnahmen wo hohe Blenden gefordert sind und die Lampen nah am Model sein müssen mache ich eigentlich alles mit LED Licht. Es ist auch gar nicht so das die Vorteile die Nachteile aufwiegen würden. Es ist viel mehr das es Spaß macht mit diesen Lampen zu arbeiten.

Das Gerät ist super verarbeitet und macht ein echt tolles farbtreues Licht. Ich habe mich ein par Tage mit der Frage beschäftigt wozu man ein Dauerlicht mit Akku Betrieb überhaupt benötigt. Noch dazu wo die Laufzeiten oder die Wattage echt begrenzt sind. Ich kann mir gut vorstellen das man diese Lampen an Plätzen einsetzten kann wo es halt keine Steckdose gibt... Thema Lost Places. Ich kenne auch ein paar Fotografen die Dauerlichter mit z.B. Hotelzimmer Beleuchtungen mischen. IdR brauchen diese nur geringe Wattagen und ein Akku Betrieb von 1- 1,5std kann dann schon recht komfortabel sein. Vorausgesetzt der endgültige Preis hebt sich nicht um Welten vom EF-150V ab, ist dies auch eine Möglichkeit sich einfach beide Optionen, Netz- und Akkubetrieb offen zu halten.

Mega Lampe...kaufen!

 

 Mella  -  50mm    F/4.5    1/160sek

Mella  -  50mm    F/4.5    1/160sek

LED Dauerlicht: Der Jinbei EF-200 LED V im Test

200Watt LED Dauerlicht..taugt das was?


Ich finde die Lichtleistung von LED´s faszinierend und beobachte seit ein par Jahren begeistert die Entwicklung im Fotobereich. Aus diesem Grund habe ich meinen First Choise Fachhändler Foto-Morgen angeschrieben und war erfreut das mir ein Jinbei EF 200 V für einen Test zur Verfügung gestellt wurde. Für mich steht Jinbei seit Jahren für gute Qualität und guter Haptik in der gesamten Produktpalette und das zu einem guten Preis. Das LED Dauerlicht welches ich nun testen konnte war das Jinbei EF 200 V Daylight in neuster Version mit Digitalanzeige auf der Rückseite. Der erste Gedanke beim auspacken war: "ist das ein Monster". Man stelle sich einen 400Ws Studioblitz vor und rechnet einfach nochmal 10-15cm mehr Baulänge. Die Haptik überzeugt da der größte Teil aus Metall ist. Hinten ist ein Halte/Tragegriff befestigt welcher für handeln, tragen, verstellen praktisch ist. Der Blitzneiger ist ebenfalls aus Metall. Positiv auch, das bei der Schirmdurchführung die Schirmstange mit einer Halbschalenplatte festgeschraubt wird. Ich hatte Blitze bei denen nur eine Schraube auf die Schirmstange geschraubt wird und so sahem dann auch die Schirmstangen aus. Bei dem Neigefeststeller hätte ich mir lieber diese Videoneige Mechanik des Jinbei ECD II 400 gewünscht die ich echt zu lieben gelernt habe, insbesondere wenn man den Kopf am langen Arm mit einer Hand verstellen möchte. Auch positiv an den Jinbei Blitz- u. Dauerlichtköpfen ist die Mechanik des Bowens Bajonet. Passgenau, wackelt nichts, aus Metall, gute Verrieglung. Ich hatte da schon ganz andere Mechaniken gesehen...und wenn ein Beautydish mit Wabe abschmiert ist das selten lustig.

 

Der Moment des einschalten.

Ok das Teil ist hell. OMG ist das hell. Ich kann den Eindruck eigentlich nur beschreiben wie wenn man im Hochsommer aus dem Keller nach draussen geht. Der Raum wird erstmal so hell das die Augen sich drann gewöhnen müssen. Die LED ohne Reflektor strahlt so gleichmäßig ab das in einem ca. 120 grad keinerlei Hotspots zu sehen sind. Eine gleichmäßig ausgeleuchtete Fläche. Beeindruckend. Die Leistung kann am Regler verstellt werden. Die Aktuelle Wattage wird im Display angezeigt. Einstellbereich 10-200W. Das Dauerlicht hat zusätzlich einen Funkepfänger integriert und kann mit einem Sender (zubehör) bequem von der Kamera aus verstellt werden. Die Temperaturentwicklung ist sehr gering auch bei langen Betrieb. Der integrierte Lüfter ist Leistungsgeregelt und eigentlich nur in sehr leisen Räumen hörbar. Während eines Shooting hört man davon absolut nichts.

 

Shooting Test.

Ich konnte das Dauerlicht bei 2 Shootings testen und hatte es dabei Ca. 10std mit verschiendenen Lichtformern im Einsatz. Erster positive Punkt ist: "what you see is what you get". Bei Blitzköpfen ist des Eindruck den man durch den Sucher hat immer ein etwas anderer als der auf dem geblitzen Foto. Insbesondere was die Durchzeichnung in den dunkeln Bereichen angeht ist das Halogen Einstellicht klar von Nachteil. Man hat sich drann gewöhnt und kann damit gut arbeiten. Bei Dauerlicht in dieser Helligkeit ist es mega Angenehm genau zu sehen wie das Foto wird. Es fiel mir auch immer wieder auf das ich auf das Bereitschaftspiepen gewartet habe weil es schon so verinnerlicht ist :) Keine Wartezeiten zu haben würde ich für mich als negativen Punkt festhalten weil merke das ich dadurch noch mehr Fotos poduziere. Auch noch ein Punkt den ich erwähnen möchte ist der Vorteil bei Dauerlicht zu filmen. Bei den 2 Shooting Tests hatte ich einen Videografen im Studio der natürlich begeistert war bei neutralem Dauerlicht zu filmen.

 

Reichen 200W LED????

Ja und nein. Es kommt einfach darauf an welche Lichtformer man in welchem Abstand benötigt und welche Blenden ich nutzen möchte. Als Vergleich liest man das die Lichtleistung in etwa 2000watt Halogen entspricht. Den enormen Helligkeitseindruck den man hat, wird durch die Messung mit einem Belichtungsmesser jedoch etwas geschmälert. Ausgehend von ISO 100 und 1/160sek um verwacklungsfrei zu arbeiten, erreiche ich als Beispiel mit einem Telereflektor der mir ein 3m Durchmesser Kernlicht geworfen hatte "nur" einen Wert von Blende F/4. Für Ganzkörper flat fotografiert passt das, bei schrägen Winkeln, Kopfportraits sowie Macroaufnahmen hat man schnell geringe Schärfentiefe in seinen Aufnahmen. Das kann ein Stilmittel sein, will man aber vielleicht vermeiden. Für letztes bleibt einem dann nur von ISO100 weg zu gehen. Ich kann da bis zu einem bestimmten Bereich noch gut mit leben. Packe ich aber eine 120er Octabox mit Wabe auf den Dauerlichtkopf wird schnell klar das hier noch Grenzen sind. Meine Einstellung lag bei 1/160sek ISO400 F/5,6. Das ist von den Stats noch ok, ich würde aber ungerne mit meiner 5D MII über Iso800 gehen weils es dann langsam anfängt in den Schattenbereichen matschig zu werden. Generell kann man sagen das Lichtformer die Lichtstark sind wie Standart u. Telereflektoren sowie Beauty Dish sehr gut mit LED funktionieren. Große Softboxen schlucken einfach sehr viel der Leistung wo man dann an Blende und Iso schrauben müsste. Abstand Licht zum Motiv ist natürlich ein sehr wichtiger großer Faktor bei der Lichtausbeute und Fotografen mit Studioerfahrung werden sicher ihre Erfahrungswerte bei der Überlegung so ein Gerät zu kaufen einfließen lassen.

 

Fazit.

Geiles Gerät, geile Haptik, beeindruckend was im Bereich Dauerlicht schon Möglich ist. Man hat zwar Leitungslimitierungen die man aber z.B. mit Erhöhung der Kamera ISO oder Abstand Licht zu Motiv sowie die Art der Lichtformer ausgleichen kann. Die Möglichkeit das Licht via Funk zu regulieren ist sehr schön, in der Praxis aber eher unwichtig da man wahrscheinlich immer auf 200W reguliert hat. Der Preis liegt bei 459,90€, zu finden auf www.Foto-Morgen.de Für mich derzeit noch keine Option zu einem Studioblitz. Aber da sollte in Zukunft eine 300watt Version oder mehr kommen, werden die Karten noch einmal gemischt.

Nachtrag.

Diese Leute ging mir das Jahr über nicht mehr aus dem Kopf und nachdem es sich zur Zeit der Photokina abzeichnete das es keine stärkere Version geben wird, habe ich dann doch entschieden einen EF-200 zu kaufen. 

Mitte 2017 kam dann noch ein zweiter EF-200 V und ein EF-60 hinzu.

Holding Light

Warum ich Licht halte.

 

Ich bekomme immer wieder Fragen gestellt wie: "hej klasse Licht, so schön weich, was benutzt du denn für Lichtformer?". 

Wenn meine Antwort dann lautet: "Standart Reflektor" kommt in der Regel ein "wie?" Zurück.

Ich finde das der Standart Reflektor sehr unterschätzt wird von vielen Fotografen.

Daher möchte ich ihn euch ein wenig näher bringen.

 

Die Lichtcharakteristik des SR würde ich als sehr großen Spot mit breitem Kernlicht und weich, aber schnell auslaufendem Rand beschreiben. Von der Lichtausbeute bringt er effektiv das Licht zum Subjekt. Der Abstrahlwinkel ist mit ca. 55grad für das Kernlicht recht breit, so das man 3-4m breite Szenerien recht gleichmäßig ausleuchten kann. Das Licht ist sehr hart und erzeugt einen Schattenwurf ähnlich der Sonne. Soviel erst einmal zum Lichtcharakter.

 

Ich glaube das viele Fotografen den SR lediglich als Streif- , Haar- oder Hintergrundlicht einsetzen, aber niemals als Hauptlicht.

 

Ich möchte meine Nutzung des SR beschreiben um einen Anreiz zu geben das gute Teil neu zu entdecken.

 

Ganzkörper

Wenn man sich ein wenig mit aktuellen Magazinen im Beauty und Fashion Bereich beschäftigt, wird man schnell feststellen das für einen großen Teil der Ganzkörperaufnahmen ein hartes Licht verwendet wurde. Wenn ich Ganzkörperaufnahmen mit hartem Licht mache achte ich genau wo ich das Licht setzte. Der Schattenwurf des Models wird sehr stark von der Position der Lichtquelle bestimmt. Somit muss man viel genauer arbeiten als bei einer 1,20m Octobox. Dient der SR als einziges Licht, ist damit zu rechnen das wir sehr dunkle Schatten auf Model und Hintergrund bekommen werden. Dies kann bei SW Aufnahmen super gut aussehen. Möchte man mehr Zeichnung in Schattenbereichen haben, gibt es 2 Möglichkeiten. Zum einen kann man mit einem Reflektor bestimmte Bereiche wieder dezent aufhellen. Ideal hierfür wären weisse Styropor Wände oder Hartschaumplatten. Man sollte den Aufheller so groß wählen, das dieser diffuss aufhellt und nicht noch selber Schatten wirft. Sollte ein weiterer Blitz vorhanden sein ist es sinnvoller diesen als Aufheller zu nutzen. Empfehlenswert ist es eine weisse Wand an zu blitzen . Ich persönlich versuche immer eine Wand hinter mir zu nehmen. Ich lasse die Einstellung an Kamera und Hauptlicht bestehen und schalte das Hauptlicht aus. Die Lichtleistung des Aufhellers muss soweit herunter geregelt werden das nur eine Grundhelligkeit im Bild zu sehen ist, so das Schatten noch grade Zeichnung haben. Das reflektierte Licht der Wände ist so gestreut und weich das es uns keinen eigenen Schatten in das Foto werfen wird. 

Für den Fall das keine oder farbige Wände vorhanden sind, kann man auch einen großen aufs Subjekt gerichteten Lichtformer nehmen. Die Position muss man ggf. verändern um wirklich die richtigen Schattenbereiche zu erwischen.

 

Oberkörper/Headshots

Für Oberkörper- bzw. Kopfportraits benutze ich den SR etwas anders. Leistung runter...Einstelllicht runter sonnst wird uns das Model noch blind. Diffusor Tuch drauf....ähhhh diffusor Tuch? Ja genau. Diese gibt es leider so gut wie niergends zu kaufen, ausser es schneidert sie meine Frau (anfragen gerne via Mail). Optional kann man noch mattierte Diffusorfolie von z.B. Lee kaufen. Bei Tuch und Folie bitte darauf achten das das Einstelllicht teils sehrsehr heiß ist und ggf zu reduzieren ist. Jetzt gehen wir mit dem Licht ganz nah ans Model. 0,5-1m Entfernung ist mein Nutzungsbereich. Durch den geringen Abstand zum Model und dem Diffusor wird das Licht dann doch recht weich. Dieses Licht hat eine ganz besondere Charakteristik ähnlich einer Laterne die vor einem hängt. Sehr gespottet und ganz weich auslaufend. Die Catchlights in den Augen sind durch den Abstand ähnlich die einer großen Softbox.

Der Diffusor verhinder auch das keine sichtbaren strukturen des Leuchtmittels und Reflektor zu sehen sind.

Die Blitzhelligkeit verändere ich nicht, auch wenn der Abstand variiert. Der Helligkeitsunterschied ist marginal und kann locker in der Raw Entwicklung nachgeregelt werden.

 Hier mal der Standart-Reflektor mit Diffusor

Hier mal der Standart-Reflektor mit Diffusor

 

Jetzt noch einige Tips aus der Praxis.

Homeshooting. Blitz mit SR und Diffusor, geringe Leistung, nah am Model. Blende & ISO bleibt fix, die Belichtungszeit von üblichen 1/125-1/200sek. auf längere Belichtungszeiten einstellen um den Hintergrund von der Helligkeit mit ins Bild zu bekommen. Der Blitz friert das Model im Vordergrund ein. Der Hintergrund wird eh unscharf werden so das ein leichtes verwackeln bei 1/30sek. als Beispiel zu vernachlässigen ist.

Als weiteren Tip möchte ich beschreiben wie ich den Blitz führe. Ich halte ihn in der Hand. SAY WHAAAAT?...jip, in der Hand. Kamera schussbereit in meiner rechten und Blitzkopf in meiner linken Hand. Man kann den Blitz am Chassis oder an der Stativhalterung fassen. Der große Vorteil hierbei ist das ich den Blitz um mein Model wie ein Satellit um die Erde kreisen lassen kann und im Sucher direkt sehe was Sache ist. Man ist damit so schnell und flexibel. Das macht unglaublichen Spaß. Auch "feathern" ist damit fliessend möglich. Den Blitz aus fast Kameraachse kommen lassen, also ähnlich wie ein Aufsteckblitz nur näher und mit einer größeren Leuchtfläche, macht ein ähnlich geiles Licht wie wenn man vor einer riesen Softbox stehend das Model fotografiert. 

Eine schöne Ergänzung zu dem ganzen ist es einen kleinen billigen China Durchlichtschirm in 60-80cm zu kaufen und eines der Felder in einem v-förmig Bogen zu beschneiden. Der Ausschnitt dient dazu das man das Objektiv dazwischen bekommt und das Licht noch schöner umhüllt.

Als letzten Tip vielleicht noch die Info das man ein Lampenstativ am besten und einfachsten als Ablage für den Handheld Blitz nutzen sollte (danke Marc für die Idee).

 

Fazit: 

Ausprobieren und geflashed sein!

 

 

Lieben Gruß...Frank